Die systemische Haltung
Systemisch zu arbeiten heißt vor allem eines: den Blick weiten. Nicht die einzelne Person „mit ihrem Problem" steht im Mittelpunkt, sondern das Zusammenspiel – Beziehungen, Muster und der Kontext, in dem etwas passiert. Was in einem Rahmen als Schwierigkeit erscheint, kann in einem anderen ganz anders aussehen.
Wirklichkeit ist Konstruktion
Menschen bilden sich eine innere „Landkarte" ihrer Erfahrungen – und handeln nach dieser Landkarte, nicht nach der Landschaft selbst. Zwei Menschen können dasselbe Ereignis völlig unterschiedlich erleben. Daraus folgen einige Grundgedanken systemischen Handelns:
- Muster halten sich hartnäckig – Systeme haben eine gewisse Trägheit.
- Veränderung setzt eine gewisse Verunsicherung voraus: Nur wenn Gewohntes ins Wanken gerät, entsteht Raum für Neues.
- Gerade in solchen instabilen Phasen ist die Anpassungsfähigkeit erhöht – hier lässt sich wirksam Neues anstoßen.
- Neue Erfahrungen verändern die innere Landkarte. Und indem Menschen wechselseitig in den Landkarten anderer wirken, entsteht gemeinsamer Sinn – Wirklichkeit wird „ko-konstruiert".
Lösungen statt Ursachenforschung
Ein zweiter Pfeiler ist der lösungsfokussierte Ansatz. Seine zentrale Annahme: Zwischen dem Problem und seiner Lösung besteht kein zwingender Zusammenhang. Man muss ein Problem nicht bis auf den Grund verstehen, um es zu lösen. Daraus ergibt sich eine bestimmte Haltung:
- Sie sind Expert:in für Ihre Situation und Ihre Ziele.
- Ressourcen sind reichlich vorhanden – oft nur noch nicht bewusst genutzt.
- In jeder Klage steckt eine Ausnahme: Momente, in denen das Problem kleiner ist oder fehlt. Diese Ausnahmen sind der Rohstoff für Lösungen.
- Kleine Veränderungen stoßen große an.
- Über Lösungen zu sprechen hilft mehr, als über Probleme zu sprechen.
Die Haltung, die das trägt
- Allparteilichkeit / Neutralität – nicht Partei ergreifen, sondern allen Sichtweisen Raum geben und die Metaebene halten.
- Nicht-Wissen und Neugier – Respekt vor der Fähigkeit jedes Menschen und jedes Systems, sich selbst zu organisieren.
- Wertschätzung und Ressourcenorientierung – der Blick auf Stärken statt auf Defizite. Wertschätzung anderer beginnt bei der Wertschätzung von sich selbst.
- Rapport – eine tragfähige, „auf gleicher Wellenlänge" liegende Arbeitsbeziehung gilt als einer der wichtigsten Wirkfaktoren überhaupt.
Die Wurzeln meiner Arbeit
Meine Arbeit stützt sich auf systemische Ansätze: den lösungsfokussierten Ansatz nach Steve de Shazer, die Kommunikations- und Problemlösungslehre nach Paul Watzlawick sowie die reflektierenden, konstruktivistischen Ansätze nach Harry Goolishian und Tom Andersen. Für die Arbeit mit Konflikten, logischen Ebenen und Teams kommen weitere Modelle hinzu (u. a. Glasl, Dilts, Themenzentrierte Interaktion).
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